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Über William Voltz
Biografie - Teil 37

­­­Bereits vor unserem Urlaub hatte ich damit begonnen, nach einem anderen Haus zu sehen. Willi hatte sich dazu entschlossen, ein Haus zu kaufen. “Ich muss Schulden machen, sonst frisst mich die Steuer noch auf”, war seine Erklärung für diese Entscheidung.

Die Wochenendausgaben unserer Zeitungen, Offenbach Post und die FAZ, waren gefüllt mit Immobilien-Anzeigen. Willi verließ sich bei der Suche nach einem neuen Haus auf mich. “Ich habe keine Zeit dafür, mir stundenlang Häuser anzusehen. Du wirst das schon richtig machen!”  Wir wollten uns nicht unbedingt vergrößern. Was wir hatten, gefiel uns und war für unsere Bedürfnisse groß genug. Unsere Überlegung war, dass unsere Söhne vielleicht nicht länger als weitere zehn bis fünfzehn Jahre zu Hause wohnen würden. Warum sollten wir uns ein großes Haus kaufen, mit dem wir später nur viel Arbeit hatten. Ich lernte einige Makler  kennen und fand schnell heraus, dass alle ihre Tricks hatten, um ein Haus möglichst schnell und gut zu verkaufen. Aber auch wir hatten unsere Vorstellungen. Nachdem ich mir nicht nur in Heusenstamm, sondern auch in umliegenden Ortschaften Häuser angesehen hatte, kam ich zu der Überzeugung, dass es an unserem Reihenhäuschen nicht viel auszusetzen gab. Überall gab es Vor- und Nachteile. Ein Anlass, in der Gegend zu bleiben, waren auch unsere Söhne. Die Schule war nah, sie hatten ihre Freunde und den geliebten Wald, in dem sie sich austoben konnten. Auch für uns hatten sich inzwischen gute Kontakte zu unseren Nachbarn entwickelt. In der Zeit unserer Suche gab es in unserer Nachbarschaft zwei Häuser, die zum Verkauf standen. Das erste, das ich mir ansah, kam nach der Besichtigung für mich nicht in Frage. Es war, um es gemäßigt auszudrücken, sehr ungepflegt und bedurfte einer totalen Restaurierung. Das nächste Haus hätte ich gerne genommen; es wurde dann jedoch von den derzeitigen Mietern gekauft. Per Zufall hörte ich, dass auch das Haus Nummer 25 in unserer Straße zum Verkauf steht. Ich kannte den Nachbarn und machte einen Termin mit ihm aus.  Es war zwar ein gepflegtes Haus, es gab jedoch einiges, was nicht meinen Vorstellungen entsprochen hatte. “Das können wir im Laufe der Zeit alles ändern”, war Willis Reaktion auf meine Bedenken. Nachdem uns der Verkäufer finanziell noch etwas entgegen gekommen war, trafen wir uns beim Notar zur Protokollierung. Danach waren wir Hausbesitzer.

Der Umzug sollte im November 1979 stattfinden. Wir hatten bereits Nachmieter gefunden, die so schnell wie möglich einziehen wollten. Der Umzug verzögerte sich für alle Beteiligten, weil der Bungalow, in den die ehemaligen Besitzer unseres neuen Hauses einziehen wollten, noch nicht frei war. Dieses Haus befindet sich ebenfalls im selben Wohngebiet. Das dort wohnende Ehepaar wollte in eine Altersresidenz nach Wiesbaden ziehen und musste warten, bis ihr Appartement beziehbar war.  Eine leichte Nervosität war bei allen zu spüren. Unser Umzug fand unmittelbar nach Weihnachten statt. Viele Freunde und Fußballkameraden halfen bei dem Umzug quer über die Straße. Wer gedacht hatte, dass ein Umzug von der Hausnummer 60 in die 25 einfacher sei, als der in eine andere Stadt, hatte sich geirrt. Am Silvesterabend konnten wir zwar an unserem Tisch sitzen; es standen jedoch noch einige Kisten zum Auspacken herum und die Atmosphäre war alles andere als gemütlich. Ich versuchte trotzdem, den Abend so angenehm wie möglich zu gestalten. Willi konnte nur mühsam die Augen aufhalten. Eine Stunde vor Mitternacht ging Willi mit der Bemerkung: Ich kann nicht mehr! ins Bett.
Sichtlich enttäuscht gab ich zur Antwort, dass ich durchhalten und mit unseren Kindern ins neue Jahr hineinfeiern werde. Über die Schwäche meines Mannes war ich etwas verärgert. Auch ich war müde; aber die Kinder sollten ihr Feuerwerk anzünden und das Jahr 1980 wenigstens mit mir beginnen können.

Trotz des nicht perfekten Anfangs sollte das neue Jahr ein recht gutes werden. Es verlief zwar nicht reibungslos, aber wir waren zufrieden.

Von William Voltz waren inzwischen folgende PERRY RHODAN­­­­-Romane erschienen:

Band Nr. 860 “Rückkehr des Zeitlosen”
Band Nr. 861 “Gehirntransport”
Band Nr. 870 “Plondfair, der Berufene”
Band Nr. 871 “Zentrum der Lüge”
Band Nr. 884 “Raumschiff des Mächtigen”
Band Nr. 885 “Kampf in der PAN-THAU-RA”
Band Nr. 894 “Soldaten des LARD”
Band Nr. 895 “Herren der “PAN-THAU-RA”
Band Nr. 899  “Orkan im Hyperraum” 
Band Nr. 900  “LAIRE”

Der Verlag war mit den Vorbereitungen für den Welt-Con Anfang November 1980 im Mannheimer Rosengarten beschäftigt. Er sollte groß, perfekt und unvergesslich werden. Anlass war das Erscheinen von Band Nr. 1000 im Oktober. Ein Höhepunkt der PERRY RHODAN­­-Serie, den der Verlag ganz besonders gestalten wollte. William Voltz war als Autor für diesen Roman vorgesehen und wurde damit beauftragt, Ideen für die Gestaltung des Heftes und Extras für die Leser an den Verlag zu liefern. 

Brief von K. Bernhardt vom 2. April, 1980

Die alltägliche Arbeit für PERRY RHODAN lief natürlich auch weiter. Von Walter (Clark Darlton), bekam Willi Mitte Januar ein Schreiben, in dem ihn Walter darum gebeten hatte, ihn einmal bei den Exposés zu überspringen. Bei allem Verständnis, das Willi für seine Kollegen aufbrachte, meinte er, dass diese Mitteilung etwas spät eingereicht worden sei. Willi plante gerne so früh wie möglich. Aber auch dieses kleine Problem ließ sich lösen. Es wäre doch schade, meinte Willi, wenn Walter diese Reise nicht machen könnte.

Brief von Walter vom 18.1.1980

Am 25.03.80 schrieb Herr Zenkert, der in verantwortlicher Position für den Pabel-Verlag in Rastatt tätig war, an Herrn Bernhardt, der für ein weiteres Jahr die Redaktion in München aufrecht erhalten sollte:

Brief von Zenkert vom 25.3.1980

In diesem Gespräch war es um folgende Themen gegangen:

  1. PERRY RHODAN Weltraum-Atlas Band 1
  2. PERRY RHODN Lexikon Band 1 und 2
  3. PERRY RHODAN Jubiläumsband
  4. PERRY RHODAN Heft Nr.1000
  5. PERRY RHODAN Buchausgabe 1981

Herr Zenkert legte alle Ideen für die entsprechenden Projekte dar und schrieb abschließend: Dies war, lieber Herr Bernhardt, in Kurzform der Inhalt unseres Gesprächs und ich schlage vor, dass wir uns in Kürze in München zusammensetzen, um ausführlich darüber zu sprechen.

Ein weiteres Projekt, das im Jahr 1980 von Willi Voltz bearbeitet wurde, war das PERRY RHODAN-Magazin. Auch hierfür gab es in Rastatt einen zuständigen Mitarbeiter. Er schrieb am 27.03.80 an Willi:

Brief vom 27.3.1980

Ende April meldete sich eine große Tageszeitung, Ausgabe Frankfurt, bei uns. Es war ein Artikel darüber geplant, was Väter mit ihren Kindern an den Wochenenden unternehmen und man wollte auch William Voltz mit seinen beiden Söhnen zu diesem Thema interviewen.
Redakteur und Fotograf kamen zum verabredeten Termin und machten jede Menge Fotos, die heute noch gerahmt an unseren Wänden hängen. Eines davon erschien in BILD-Frankfurt mit einem kurzen Bericht. Fotografiert wurde auf dem Platz der Sportgemeinschaft Rosenhöhe in Offenbach, wo Willi, auch als Jugendtrainer, seit Jahren aktiv war. Vater und Söhne wurden befragt und es wurden viele Notizen gemacht. Sicher haben sich einige Leser gefragt, seit wann Willi Voltz der Trainer in Heusenstamm ist und seine Söhne dort spielen… Der eigentliche Trainer der TSV-Heusenstamm hat sich sicher gewundert, aber nie beschwert.

Einige Monate später wurden Willi und ich zum „BILD-Zeitungs-Stammtisch“ nach Neu-Isenburg eingeladen. Es kam eine kleine Auswahl an Frankfurter Prominenz, wie u.a. Lia Wöhr. Es war ein ausgesprochen unterhaltsamer und angenehmer Abend. Die Organisatorin dieses Abends war auch die verantwortliche Redakteurin für den Artikel „Vati, unser bestes Stück“, Linda Ivanus.

Nicht lange danach wechselte Linda Ivanus zum Pabel-Verlag nach Rastatt und war 1986, zusammen mit Horst Hoffmann, verantwortlich für die Organisation des PERRY-RHODAN Cons in Saarbrücken.

Bevor für unseren Sohn Stephen das sechste Schuljahr, das zweite Förderstufenjahr, zu Ende ging, hatten wir uns entschlossen, ihn in eine Privatschule mit Internat im Taunus anzumelden. Der Sohn unserer Nachbarn, der mit Ralph befreundet war, ging bereits seit einem Jahr dort hin. Die Eltern hatten diese Entscheidung getroffen, da sie der Meinung waren, dass der Sohn diesem Druck nicht standhalten würde. Nach einem Besuch in dieser Schule und einem Gespräch mit der Schulleiterin, meldeten auch wir unseren Sohn an, in der Hoffnung, eine gute Entscheidung getroffen zu haben.

Angemeldet hatten wir uns auch wieder in Dänemark. Wir freuten uns schon auf den Urlaub an diesem schönen und erholsamen Platz an der Ostsee. Bevor wir ihn genießen konnten, wurde unsere Vorfreude gewaltig gestört.

An einem Samstagmorgen wollte ich meine Kinder an der Schule absetzen und anschließend einkaufen fahren. Ich ging mit den Söhnen nach draußen und suchte nach dem Platz, an dem mein Mann nachts das Auto abgestellt hatte. Damals hatten wir keine Garage. Unser inzwischen fast zwei Jahre alter  BMW aus dem Bayrischen Wald stand auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Er sah jedoch nicht mehr so aus, wie ich ihn vom Tag zuvor in Erinnerung hatte. Der linke, hintere Kotflügel hatte einen heftigen Schlag abbekommen. „Oh nein…auch das noch“, sagte ich und rannte zurück ins Haus, hoch ins Schlafzimmer. 

„Willi“, rief ich total aufgelöst, „irgendjemand ist auf unser Auto gefahren!“
Mein Mann, der auch jetzt noch die Ruhe behielt, setzte sich im Bett auf und antwortete: „Das war ich!“
Er erzählte mir, dass er am Abend zuvor nach der üblichen Spielersitzung mit seinem Freund Peter nach Frankfurt in eine Weinstube gefahren sei. Ich wusste, dass die beiden dort gelegentlich mit einem Gläschen Wein das Wochenende einläuteten…  An diesem Abend entschied sich Willi dafür, nicht die übliche Strecke nach Heusenstamm zurück zu fahren, weil auf diesem Stück oft die Polizei kontrollierte. Willi hatte sich für die Fahrt durch den Ortsteil Oberrad entschieden. Selbst bei Tag und gutem Wetter ist es nicht die bequemste Straße für einen Autofahrer. Es hatte inzwischen heftig angefangen zu regnen und die Straßenbahnschienen erleichterten ihm die nasse Nachtfahrt kein bisschen.
„Ich kam plötzlich ins Rutschen“, erklärte mir mein Mann immer noch erstaunlich ruhig. „Das Auto drehte sich und ich spürte, dass ich gegen irgendetwas gerutscht bin! Ich fuhr in die nächste Seitenstraße und stieg aus. Ich war sofort klatschnass und sah, dass das Auto ganz schön was abbekommen hatte“, sagte er kleinlaut. „Ich glaubte, dass ich an einen dieser rot-weißen Pfosten gefahren bin, die an der Straße stehen. Aber, ich bin mir nicht mehr sicher. Was hätte ich heute Nacht tun sollen? Ich rufe jetzt die Polizei an. Der Gedanke, dass ich vielleicht ein anderes Auto beschädigt habe, lässt mir keine Ruhe!“
Wir ahnten, was auf uns zukommen würde.

Ich erledigte mit unserem beschädigten Auto meine Einkäufe. Als ich nach Hause zurückkam, saß Willi im Wohnzimmer. „Ich muss nach Oberrad zur Polizeistation. Jemand hat einen Schaden gemeldet.“ Der Polizist, der Willis Anruf entgegengenommen hatte, fragte ihn: „Sie wissen doch sicher, worauf Sie sich einlassen?“ Willi wusste es. „Es hat alles keinen Sinn“, sagte er, „ich kann nicht mehr ruhig schlafen mit dem Gedanken, dass ich vielleicht ein Auto beschädigt habe und irgendjemand  finanzielle Probleme dadurch hat.“   

Willi fuhr nach Oberrad zur Polizeistation. Der nette Polizist, mit dem er schon am Telefon gesprochen hatte, nahm die Personalien auf. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, sah er Willi an und fragte: „Sind Sie etwa der PERRY RHODAN-Autor William Voltz?“

Es wurde nie geklärt, ob wirklich Willi der Verursacher des Schadens an dem anderen Auto war. Da sich sein Auto auf der nassen Fahrbahn und den mit Wasser gefüllten Straßenbahnschienen gedreht hatte und gegen die Fahrtrichtung stand, hätte sein Auto eigentlich den Schaden auf der anderen Seite haben müssen. Auch konnte Willi nicht genau sagen, vor welchem Haus sich dieser Unfall ereignet hatte. Auf eine Hausnummer hatte er in der besagten Nacht nicht geachtet.
„Hilft alles nix!“, sagte mein Mann. „Ich habe einen Fehler gemacht, und dafür muss ich jetzt gerade stehen!“

Willi setzte sich mit dem Besitzer des beschädigten Autos, der in dieser Nacht einen Freund in der Offenbacher-Land-Straße besucht hatte, in Verbindung.  Sie trafen sich in der Wohnung des Geschädigten in Niederrad. Ich wartete in unserem Auto. Der Mann erzählte ihm, dass er einen Bekannten habe, der ihm für einen „guten Preis“ von  1.500 DM das Auto reparieren würde.
Als  Willi zurückkam, erzählte er mir von dem Gespräch und meinte: „Das Auto ist garantiert keine Fünfzehnhundert mehr wert!“
Die Kosten für unser Auto beliefen sich auf 4.500 DM. Eine Strafe von 1.000 DM musste Willi bezahlen und für einen Monat wurde ihm der Führerschein entzogen. Die Strafanzeige wegen Fahrerflucht wurde zurückgenommen. „Das war ein teures Glas Wein“, konnte ich mir nicht verkneifen zu sagen.
Ach ja – einige Unterrichtsstunden und einen sogenannten “Idiotentest“ musste mein Mann auch noch über sich ergehen lassen. Unser Freund Peter kam ohne Polizeikontrolle und sonstige Probleme wohlbehalten nach Hause.  

Die Urlaubsfahrt nach Dänemark war somit mir überlassen – nicht komplett, um weiterhin ehrlich zu bleiben. Nach vierunddreißig Jahren ist die Tatsache, dass mein Mann trotz Führerscheinentzugs einen Teil der Strecke gefahren ist, sicher verjährt.

Willi hatte sich vorsichtshalber einen Anwalt genommen. Dieser Anwalt war mit seiner Familie etwa zwei Jahre zuvor in unsere Nachbarschaft gezogen. Der freundschaftliche Kontakt entstand durch die Kinder. Willi war besonders von der Tochter angetan. Es war noch zu einer Zeit, da wir in unserem gemieteten Haus wohnten und von der Küche aus einen guten Blick auf die Straße hatten. Ich sah meinen Mann fast am Fenster kleben als ich in die Küche kam. Spontan fragte ich, ob da draußen vielleicht ein schönes Mädchen vorbeigehen würde. Er bejahte meine Frage und zeigte mir auf der anderen Straßenseite ein kleines Mädchen, das, wie sich herausstellte, die damals gerade zwei Jahre alte Tochter unserer neuen Nachbarn war. „Ist sie nicht goldig?“ schwärmte Willi. Ich bestätigte ihm, dass diese Kleine wirklich süß sei. Der Wunsch meines Mannes nach einer Tochter war mir bekannt. Was nicht ist, kann ja noch werden…, dachte ich.

Urlaubsziel Dänemark.

Als unsere Nachbarn hörten, dass wir wieder nach Dänemark fahren würden, fragten sie, ob es vielleicht möglich sei, dass sie uns für etwa zehn Tage in Dänemark besuchen würden. Wir versprachen ihnen, nach einer Ferienwohnung zu suchen. Es war kein Problem in Nordborg, nur ein paar Auto-Minuten von unserem Haus entfernt, eine geeignete Unterkunft zu finden. Wir verbrachten eine ausgesprochen angenehme Zeit miteinander. Noch heute denke ich gerne an diese schönen Tage  zurück. Die Kinder waren glücklich und die Erwachsenen auch.

An einem dieser Urlaubstage hielt ein Boot, in dem zwei Männer saßen, direkt bei uns am Strand an.  Einer der Männer stand auf und winkte in unsere Richtung. Er hatte einen Fisch in der Hand und schwenkte ihn, um unsere Aufmerksamkeit zu erzeugen. Willi und unser Freund Michael gingen zu den beiden hinunter zum Boot. Sie vertrauten diesen Hobbyfischern, bezahlten für den Fisch und kamen zurück mit der Bemerkung: „Heute Abend wird gegrillt – hier ist frischer Fisch – ausgenommen und gesäubert!“
Es wurde einer der schönsten Grillabende in unserem gemeinsamen Leben.

Willi mit Ralph beim Fischtest.

Als die Urlaubstage mit unseren neuen Freunden zu Ende gingen, fiel uns der Abschied schwer und wir freuten uns auf das Wiedersehen in Heusenstamm.

Nach unserer Rückkehr konnte Willi seinen Führerschein wieder in Empfang nehmen. Unser neues Auto war bestellt und abholbereit. Das war die Aufgabe meines Mannes. Es war wieder ein BMW, diesmal in hellblau metallic.

Ein schönes Auto, dachte ich, als ich es zum ersten Mal sah.  Hoffentlich haben wir mit diesem mehr Glück, war mein Wunsch. Nach kurzer Zeit mit unserem schönen neuen Auto, machte ich meinen Mann darauf aufmerksam, dass ich ‘vorne links‘ ein leises Geräusch hören würde. „Ach, du immer mit deinen Geräuschen – ich hab noch nichts gehört. Du kannst ja bei der bald fälligen Inspektion dem Herrn Hasenfuß sagen, dass du ein Geräusch hörst!“
Das Auto frühmorgens nach Offenbach zu bringen, war wieder meine Aufgabe. Ich   erzählte dem Mann von BMW, den ich inzwischen schon gut kannte, von diesem Geräusch.
„Ich kümmere mich darum“, sagte er und nach dem Kofferraum, der manchmal nicht aufgehen wollte, versprach er ebenfalls zu sehen.   

Willi mit Dagmar beim Pfeifentest.

Als ich das Auto am frühen Abend wieder abholen konnte, sagte mir der Mitarbeiter von BMW, dass alles in Ordnung sei und auch der Kofferraum wieder perfekt schließen würde. „Was ist mit dem Geräusch?“ fragte ich ihn. Sein Blick verriet mir, dass er nicht wusste, wovon ich sprach. Ich half ihm auf die Sprünge: „Das Geräusch vorne links – erinnern sie sich, wir sprachen heute Morgen darüber?
„Ach ja, ach ja, ich bin auf unserem Gelände mit dem Auto gefahren, konnte aber nichts hören.“  Mir war klar, dass er nicht die Wahrheit sagte.
Soll sich mein Mann darum kümmern, dachte ich und verabschiedete mich. 

Ich erzählte Willi von meinem Erlebnis und bereitete ihn darauf vor, dass er das nächste Mal selbst zur Werkstatt fahren muss. „Die glauben mir doch nichts“, und ich setzte noch hinzu: „Genau wie du!“
„Wird schon nichts sein“, meinte er. „Ich muss mich um meine Arbeit kümmern!“

Inge nach dem Essen.

Es gab einiges, worum sich Willi kümmern musste: PERRY RHODAN, ATLAN und vieles mehr. So sollten noch im Jahr 1980, vor dem großen Weltcon in Mannheim, der PERRY RHODAN-Jubiläumsband 1 sowie der PERRY RHODAN Weltraumatlas erscheinen.  Die redaktionellen Tätigkeiten wurden von William Voltz übernommen.  Peter Griese war für die Zusammenstellung und die Texte im Weltraumatlas verantwortlich, Josef Dienst sorgte für die Zeichnungen.

Romane mussten geschrieben und Exposés ausgearbeitet werden. Außerdem gab es  die Rißzeichnungen, für deren Koordination Willi ebenfalls verantwortlich war. Rudolf Zengerle wurde inzwischen von Ingolf Thaler und Bernard Stoessel unterstützt. Bis auf eine Ausnahme waren diese drei Zeichner für lange Zeit die einzigen. In Band 791 erschien die erste Arbeit von Christoph Anczykowski, dem im Laufe der Jahre einige sehr talentierte Zeichner folgten. Die Leser hatten die Idee mit den Rißzeichnungen wohlwollend angenommen und sie waren zu einem wichtigen Bestandteil der PERRY RHODAN-Serie geworden.

Der PERRY RHODAN-Weltcon rückte näher. Man konnte die Spannung spüren. Kaum ein Gespräch hatte nichts mit diesem Event zu tun. Der Verlag, die Autoren, die Fans, besonders diejenigen, die aktiv an den Vorbereitungen beteiligt waren, warteten auf den 1. November und die feierliche Eröffnung des 1. Perry Rhodan-Weltcons.
Auch wir freuten uns schon auf dieses Wochenende. Unsere Söhne verbrachten diese Tage bei Freunden.
Nach der Ankunft im Hotel in Mannheim am 31.Oktober, bereiteten wir uns auf einen gemütlichen Abend mit den anderen Autoren, ihren Frauen und allen Verlagsmitgliedern, die aus München und Rastatt angereist waren, vor.              
Alle waren sich einig – ein guter Eindruck sollte hinterlassen werden und besonders die Fans wieder zufrieden nach Hause fahren.
Kurt Bernhardt, der Cheflektor aus München und G.M. Schelwokat aus Straubing, beide mitverantwortlich am Erfolg der PERRRY RHODAN-Serie, konnten leider nicht an dieser Veranstaltung teilnehmen.

Am nächsten Morgen trafen wir uns alle im Mannheimer Kongress-Zentrum Rosengarten zur großen Eröffnung.
 

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