Award
Über William Voltz
Biografie - Teil 31

Folgende Perry Rhodan-Romane hatte William Voltz inzwischen geschrieben:

Band Nr. 705 „Flucht aus Imperium Alpha“  
Band Nr. 709 „Stahlfestung Titan"  
Band Nr. 717 „Das Ende von Balayndagar“ (Willis Vorschlag: Balayndagar verschwindet)
Band Nr. 726 „In der Dakkarzone“ (Willis Vorschlag: Der endlose Tunnel)
Band Nr. 730 „Wege ins Nichts“ (Willis Vorschlag: Achtzehn Wege ins Nichts)
Band Nr. 731 „Die Diebe von der SOL“ (Willis Vorschlag: In der Galaxis der Laren)
Band Nr. 740 „Der Schaltmeister von Orcsy“ (Willis Vorschlag: Kalmeck der Wissende)
Band Nr. 746 „Der Zeitlose“ (Willis Vorschlag: ALASKA)
Band Nr. 757 „Welt ohne Menschen“ (Willis Vorschlag: Die letzten Menschen der Erde)
Band Nr. 758 „Die Einsamen von Terra" (Willis Vorschlag: Geisterstadt Terrania-City)
Band Nr. 768 „Terra Patrouille“ (Willis Vorschlag: Der Überlebende)
Band Nr. 777 „Kampf den Invasoren“  
Band Nr. 778 „Duell der Außerirdischen"  
Band Nr. 785 „Die erste Inkarnation“ (Willis Vorschlag: CLERMAC)
Band Nr. 790 „Das Geheimnis des Moduls“ (Willis Vorschlag: Das Modul)

 

Voltz, Ackerman, Darlton und Mahr.

Für die Atlan-Serie schrieb Willi Band Nr. 200 mit dem Titel „Herrscher im Mikrokosmos“
Es gab außerdem noch Veröffentlichungen innerhalb der Terra Astra Heftreihe sowie Perry Rhodan-Taschenbücher. 

Der Perry Rhodan-Con in Washington endete am 4. Januar 1976. Am 5.1. begaben sich Walter, Bibs und Willi auf den Rückflug nach Frankfurt, wo sie am Morgen des 6. Januar müde aber wohlbehalten ankamen. Es gab viel zu erzählen. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass die beiden Autoren bei ihren Erzählungen in die Welt der Fantasie entrückten. Ameisen, die aus dem Wasserhahn strömten, eine Perry Rhodan-Leserin, die Willi ohrfeigte, weil er, wie sie glaubte, ihre Lieblingsfigur Thora sterben ließ… Vielleicht stimmte auch alles, was Walter und Willi zu erzählen hatten. Auf jeden Fall waren es lustige Tage, an die sich die beiden Freunde noch oft und gerne erinnerten. Walter und Bibs blieben noch für eine Nacht und machten sich dann wieder auf den Weg nach Hause.

Auf der Bühne. Voltz, Darlton, Mahr.

Ohne große Pause musste  die Arbeit wieder aufgenommen werden. Auch der Cheflektor in München, Kurt Bernhardt, startete das neue Jahr wie man es von ihm gewöhnt war - sehr aktiv. Leserbriefe wurden analysiert und die Meinungen der Leser mit Willi diskutiert. Die Leserkontaktseite und die Aufforderungen an die Leser, sich zu bestimmten Themen zu äußern, trugen dazu bei, dass sich die Perry Rhodan-Fans immer häufiger zu Wort meldeten. Die Meinungen waren erwartungsgemäß unterschiedlich. So auch zum Diskussionspunkt „Neue Autoren für Perry Rhodan“. Auf der LKS von Perry Rhodan Nr.752 wurden die Leser aufgefordert, sich hierzu zu äußern. Willi unterstützte Bernhardt gegenüber die Leser, die der Meinung waren, dass es nicht gut sei, wenn ein Autor nur noch alle acht bis zehn Wochen mit einem Roman an die Reihe kommen würde. Ein Argument hierzu war, dass der Autor die Beziehung zur Handlung verlieren würde. Ein Team von elf Schreibern – da lässt sich keine geschlossene Serie mehr machen.
Bernhardts Schreiben vom 6.2.1976 ließ vermuten, dass ein Jungautor gute Chancen hatte, in den Perry Rhodan-Kader aufgenommen zu werden.

link Brief vom 6.2.1976 Bernhardt an Willi

Wie Bernhardts Brief vom 17.2.1976 beweist, waren auch „Frauen in Perry Rhodan“ für ihn immer noch eine Diskussionsrunde wert.

link Brief vom 17.2.1976 Bernhardt an Autoren

Und, um das Thema Cheflektor Bernhardt abzurunden, noch drei seiner Briefe vom Januar 1976, die alle ein Beweis dafür sind, dass die Erfolge der Serien PERRY RHODAN und ATLAN nicht nur von den Autoren ausgingen.

link Brief vom 9.1.1976 Bernhardt an Willi
link Brief vom 21.1.1976 Bernhardt an Autoren
link Brief vom 28.1.1976 Bernhardt an Autoren

Fürs Frühjahr war eine Autorenkonferenz in Rastatt geplant. Wie immer vor einer solchen Sitzung forderte Willi die Autorenkollegen auf, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie die Perry Rhodan-Serie gerne fortgesetzt sehen möchten. Ideen hierzu sollten eingereicht werden. Bernhardts Brief  vom 26. März zeigt, dass die Resonanz dürftig war.

link Brief vom 26.3.1976 Bernhardt an Autoren

Für Mitte Mai wurde trotzdem eine Autoren-Besprechung anberaumt. Zu dieser Sitzung kam auch Franz Dolenc, der sich inzwischen als Fehler-Finder und Kritiker gut etabliert hatte. Die Reaktionen der Autoren auf Franz Dolenc waren unterschiedlich. Einigen Autoren gefiel es nicht, dass er nicht nur nach Fehlern suchte, sondern auch versuchte, die Autoren stilistisch zu korrigieren und zu verändern. Es kamen entsprechende Reaktionen und gelegentlich musste sich auch Franz Dolenc von den Autoren korrigieren und kritisieren lassen. Das ist eben das Interessante an einem Autorenteam. Jeder hat seine Art zu schreiben und jeder Leser hat seinen Favoriten. Und dabei sollte man es auch belassen.
Wie nach allen Diskussionsrunden fuhren die Autoren auch diesmal mit neuen Ideen und frischem Elan nach Hause.

link Brief vom 21.4.1976 Bernhardt an Autoren

Während der unzähligen Telefongespräche zwischen Willi und Kurt Bernhardt wurde auch häufig über private Themen gesprochen. Der Cheflektor war immer daran interessiert, dass die familiären Verhältnisse seiner Autoren in Ordnung waren. Nach Bernhardts Meinung konnten nur Menschen Leistung bringen, die ein glückliches und zufriedenes Privatleben hatten. Bei einem dieser Gespräche wollte er wissen, ob die Familie Voltz für das Jahr 1976 schon Urlaubspläne hatte. Als Willi ihm sagte, dass wir noch nichts gebucht hätten, schwärmte er von seinem oft besuchten Urlaubsort, Wyk auf der Insel Föhr. „Sie immer mit ihren abenteuerlichen Urlauben“, meinte Kurt Bernhardt. „Das ist viel zu gefährlich, da wird man doch nur krank und erholt sich nicht!“
Wir besprachen diese Möglichkeit, schoben die Bedenken wegen des unbeständigen Wetters beiseite und ließen uns die Anschrift geben. Es war noch Platz für uns und wir buchten für dreieinhalb Wochen. Ein befreundetes Ehepaar schloss sich uns an. Sie hatten einen Sohn im Alter unserer Kinder und wir wussten von unserem Spanienurlaub im Jahr zuvor, dass wir gut miteinander auskommen würden. Sie buchten in einem Hotel in Wyk.

Willi und Stephen.

In den Koffern befanden sich diesmal neben Badeanzügen auch Gummistiefel und Regenjacken – vorsichtshalber. Auch wenn sich die Fahrt, nachdem wir Hamburg hinter uns gelassen hatten, ein wenig zog, war es doch eine vergleichsweise kurze Fahrt in den Urlaub. Am späten Nachmittag  fuhren wir durch Niebüll und waren dann auch schon bald in Dagebüll. Von dort ging es mit der Fähre nach Wyk. Uns gefiel die Gegend mit den Reetdächern und den schönsten und größten Hortensiensträuchern, die wir je gesehen hatten. Wir fanden, ohne lange suchen zu müssen, das Backsteinhaus von Frau Sörensen. Unsere Vermieterin war eine verwitwete, resolute Dame im Alter von einundachtzig Jahren. Mit den Worten: „Kommen Sie mit, ich zeige Ihnen wo Sie wohnen. Auspacken können Sie später“, führte sie uns in den Teil des Hauses, in dem sich unsere Zimmer befanden. Das Haus war geräumiger, als es von außen wirkte. Frau Sörensen führte uns in einen kleinen Flur und von dort in ein Schlafzimmer. Es war ein typisch deutsches Zimmer älteren Semesters mit Doppelbett, Kleiderschrank und Kommode. „Hier schlafen die Kinder!“, sagte sie in einem Ton, der keinen Widerspruch erlaubte. Gegenüber war ein Zimmer, in dem ein einzelnes Bett stand. „Hier schlafen Sie“, sagte sie zu mir. „Das Bad ist genau nebenan!“  Wir waren etwas irritiert. Bevor Willi fragen konnte, wo er denn schlafen darf, klärte ihn unsere Wirtin auf: „Sie kommen mit nach oben. Da befindet sich Ihr Zimmer!“ Wir sahen uns an. In unseren Blicken konnte man eine Mischung aus Fassungslosigkeit und Enttäuschung feststellen. Mit fast jugendlichem Elan machte sich die kleine Frau auf den Weg ins erste Stockwerk. Bevor Willi ihr nach oben folgte, drehte er sich zu mir um und sagte:  „Du kannst mich ja ab und zu da oben in meinem Kämmerchen besuchen!“ 
Wir packten die Koffer aus und machten uns frisch. Danach trafen wir uns mit unseren Freunden an deren Hotel. Zum Hotel “Wyk“ gehörte ein gutes, gemütliches Restaurant, in dem wir unser Essen und den Rest des Abends genießen konnten.

Am nächsten Morgen wartete im Wohnzimmer ein wunderbares Frühstück auf uns. Frau Sörensen hatte für uns einen Tisch an einem großen Fenster mit Blick in den gepflegten Garten gedeckt. In ihm tummelten sich Hasen, Eichhörnchen, Igel und verschiedene Vogelarten. Ab und zu besuchten auch Rehe diesen idyllischen Platz. Auf der Fensterbank standen Blumentöpfe mit verschiedenen Pflanzen unterschiedlicher Größen, denen man ansehen konnte, dass sich ihnen die Hausfrau mit viel Zeitaufwand und Liebe widmete.

Außer uns waren noch ein paar Gäste im Haus, die wir aber nur selten zu sehen bekamen. Bis wir zum Frühstück kamen, machten sich die anderen Gäste bereits auf den Weg, um die Insel zu erkunden oder an den Strand zu gehen.

Ralph und Stephen.

An unserem ersten Urlaubstag mussten wir in ein Büro der Stadt gehen, um dort unsere Gebühren für die  Strandbenutzung und den Strandkorb zu bezahlen. Nach dem wilden Strandleben der vergangenen Jahre hatten wir uns unter dem Motto - es hat alles seine Vorteile -schnell an die deutsche Ordnung gewöhnt. Das Autofahren war in der Stadt Wyk nicht erlaubt. Da die Entfernungen keine großen waren, störte uns das nicht. An unserem Platz angekommen, stellten wir fest, dass alle Familien eine Sandburg gebaut hatten, oder die Neuankömmlinge damit beschäftigt waren eine zu bauen. Es gehörte zur Tradition, und wir wollten diese nicht brechen. Die Männer besorgten große Schaufeln, damit sie jede Menge Sand bewegen und zu einer stattlichen Burg formieren konnten. Für den ersten Tag gab es genug zu tun. Zwischendurch wurden kurze Baupausen für ein erfrischendes Bad in der Nordsee genutzt. Es war eine neue Erfahrung für unsere Kinder, dass der Strand plötzlich immer größer wurde und man zwischendurch ohne Wasser auskommen musste. Sie hatten aber schnell herausgefunden, dass die Zeit der Ebbe den Vorteil hatte, dass man sich im Watt wunderbar suhlen und nach Würmern suchen konnte. Gut, dass es einige Duschen am Strand gab. Das Strandleben machte besonders unsere Kinder hungrig. Da wir Eltern unseren größten Appetit für den Abend aufheben wollten, erlaubten wir unseren Kindern, in ein nahegelegenes, familiäres Lokal zu gehen und nach Wunsch zu speisen. Die drei Buben, sieben, acht und neun Jahre alt, konnten die Zeit ohne Aufpasser genießen und erzählten stolz, dass sie dem Kellner auch Trinkgeld gegeben hätten. Als sich bei den großen Männern “der kleine Hunger zwischendurch” meldete, erinnerte sich unser Freund Werner an die gemeinsame Zeit im Jahr zuvor in Spanien. Dort wurde für Weißbrot, Salami und Käse gesorgt. Ein Schlückchen Rotwein gehörte natürlich auch dazu. Was will man mehr… Schnell war ein Laden gefunden, in dem die beiden Männer kaufen konnten, was uns die Zeit am Strand noch angenehmer machte.

Wir fanden einige nette und gute Restaurants in der Umgebung von Wyk. Die meisten lagen außerhalb der Stadt und wir durften sie mit dem Auto erreichen. Eines war in einer stillgelegten Mühle untergebracht. In einem anderen Lokal, schlicht eingerichtet, der Wirt kochte, die Wirtin bediente, bestellte sich Willi immer wieder das gleiche Gericht – Nordseescholle mit Krabbensoße. ”So etwas Gutes bekomme ich in Hessen nicht, das muss ich ausnutzen!” war sein Argument.

Am Wochenende war die Stadt Wyk gut besucht. Wir entschieden uns für eine Gaststätte, die etwas außerhalb lag und die man uns empfohlen hatte. Der gut gefüllte Parkplatz zeigte uns, dass auch dieses Lokal ein beliebtes war. Als ich am Auto stand, um Stephen die Tür aufzuhalten, fiel mir eine Familie auf, die gerade aus dem Lokal herauskam und zu ihrem Auto ging. Der Mann kam mir bekannt vor. Bevor ich etwas sagen konnte, rief Stephen ganz aufgeregt: “Mutti, da ist der Dalli – Dalli Mann!” Es war tatsächlich der damals sehr bekannte und beliebte Hans Rosenthal, der Stephens Ausruf nicht überhört hatte. Er lächelte uns zu, winkte und wir winkten zurück. Als wir unserer Wirtin von dieser Begegnung erzählten, berichtete sie uns, dass die Familie Rosenthal schon seit Jahren auf der Insel Föhr Urlaub mache und besonders gerne in diese Gaststätte gehen würde.

Es war rundum ein schöner Urlaub. Nach drei Wochen mussten unsere Freunde nach Hause fahren. Wir durften noch ein paar Tage bleiben. In der Nacht vor unserer Abreise gab es ein heftiges Gewitter und den ersten Regen in diesem Urlaub. 

Nach unserer Rückkehr meldete sich Willi bei Kurt Bernhardt zurück, der schon mit neuen Aufgaben und Arbeit auf ihn wartete.

Willi berichtete von unserem gelungenen Urlaub, worauf der Lektor meinte: Ich hab’s Ihne gleich gesacht – Sie müsse net immer so weit wegfahrn!”

link Top

link Teil 30
link Teil 32