Award
Über William Voltz
Biografie - Teil 22

Die inzwischen nicht nur in Deutschland bekannte PERRY RHODAN-Serie hatte viele Freunde gewonnen, die man Woche für Woche unterhalten wollte. Fehler und mißverständliche Interpretationen sollten vermieden werden. Trotz Bernhardts eindringlicher Ermahnungen gelang dies mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.

Japanische, Holländische Ausgaben.

GMS, der gestrenge Lektor aus Straubing, war seit nunmehr zehn Jahren dafür verantwortlich, die Manuskripte der Autoren zu redigieren und fehlerfrei an den Verlag zu senden. Wie man weiß, war dieser Versuch nicht immer erfolgreich. Auch seine Frau, Gisa Schelwokat, die ihren Mann nach besten Kräften unterstützte, konnte nicht immer für die gewünschte Perfektion sorgen.
PERRY RHODAN war nicht die einzige Serie, die von Schelwokats betreut wurde.

Es gab immer mehr PERRY RHODAN-Clubs. Kleine Clubs schlossen sich zu großen zusammen. Regelmäßige Treffen wurden veranstaltet. Gerne lud man dazu auch die Autoren ein. Wann immer Willi es möglich machen konnte, folgte er diesen Einladungen. Die Diskussionen mit den Fans begeisterten ihn. Er fuhr zum Beispiel nach Saarbrücken, nach Nürnberg, in andere Städte oder auch in kleinere Orte. Meistens alleine, manchmal auch mit Frau und Kindern. Oft kam die Frage auf, wie William Voltz das Arbeitspensum, das er sich selbst auferlegt hatte, bewältigen konnte. Die einzige Antwort darauf war: Die Inspiration durch die Leser. Die Begeisterung der Menschen motivierte ihn immer wieder aufs Neue. Sie gab ihm die Kraft für neue Ideen. Ideen, die ihn nachts oft nicht schlafen ließen, weil er sie, einmal in den Gedanken, ausarbeiten musste und wollte.

Die weiteren Höhepunkte des Jahres 1971 waren, neben dem bereits erwähnten Lexikon, das Erscheinen der PERRY RHODAN - Serie in Holland (Juni) und in Japan (November). Besonders mit den Rhodan-Fans in Holland bahnte sich ein freundschaftlicher Kontakt an. Bald wurden in Amsterdam Cons veranstaltet, an denen Willi mit großer Freude teilnahm.
Ein weiterer, ständiger Gast bei diesen Cons in Amsterdam war Clark Darlton, der im Laufe der Jahre gelegentlich mit Willi gemeinsam nach Amsterdam fuhr.

Willi, Walter und Fan.

Wie viele Fotos zeigen, amüsierten sich Willi und Walter gut. Sie freuten sich wohl beide, dass es nicht nur männliche Fans gab…

Außerdem gab es das Erreichen des ‘fiktiven’ Tages zu feiern, an dem Perry Rhodan und seine Besatzung mit der STARDUST zum Mond geflogen waren.
KHS hatte sich dafür den 19.Juni ausgedacht, seinen Geburtstag.

Erwähnt werden sollte auch die Rückkehr des ‘abtrünnigen’ Autors Kurt Mahr (Klaus Mahn) ins Team. Er hatte sich mit Kurt Bernhardt ausgesöhnt und schrieb von nun an wieder aktiv für den inzwischen zu Pabel-Moewig umfirmiertenVerlag.
Mahrs Wiedereinstiegs-Roman war Band Nr.532 mit dem Titel “Die Alte von USTRAC”.

Willi und Wurst – ein Geschenk von Fans (Onkels).

Privat hatte sich unser Leben eingependelt. Wir hatten uns unseren Alltag geschaffen, der sich von dem anderer Familien nicht wesentlich unterschied.

In diesem Jahr wollten wir zum ersten Mal als vierköpfige Familie in Urlaub fahren. Das Urlaubsziel sollte noch einmal Tossa de Mar sein. Wir wußten, dass unsere Kinder im Hause MACAYA gern gesehen und gut aufgehoben waren. Mitte Mai packten wir unsere Koffer und begaben uns an einem späten Nachmittag mit unserem weißen Alfa Romeo, Berlina, auf die Reise. Anfangs liebte Willi dieses kleine, kompakte Auto. Nachdem wir kurz vor Basel die deutsche Autobahn verlassen hatten, ging es auf Landstrassen quer durch den Südosten Frankreichs in Richtung Spanien.
Irgendwann meinte Willi: “Es ist wieder Zeit zum Tanken, ich möchte nicht zu lange warten!” Es war schon dunkel und die Gegend immer weniger besiedelt. Als endlich ein Licht auftauchte und sich dies als kleine Tankstelle erwies, waren wir beide sehr erleichtert. Zwei Zapfsäulen und ein Wohnhaus. Willi musste klingeln. Es dauerte einen Moment, bevor sich oben ein Fenster öffnete und ein Mann mürrisch ein paar Worte sprach. Auch wenn Willis Kenntnisse in der Sprache des Gastlandes nicht perfekt waren, konnte er dem Mann doch deutlich machen, dass wir tanken wollten – was auch sonst. Nachdem dieser einen Blick auf unser Nummernschild geworfen hatte, antwortete er genauso mürrisch wie zuvor und schloss das Fenster. “Ich glaube, der mag keine Deutschen”, war Willis Erkenntnis. Zu unserer Erleichterung hatten wir, wie immer, einen Zwanzig-Liter Tank Benzin mitgenommen. Mit dieser kleinen Füllung kamen wir zumindest bis an eine Tankstelle, die auch an Deutsche Benzin verkaufte. Das Mitbringen von Benzin war zwar nicht erlaubt, aber das war uns in diesem Moment ziemlich egal.

Familie Voltz in Spanien. Herr Macaya.

Auch diesmal besuchten uns Freunde aus der Heimat im fernen Spanien. Dirk Hess, der zum Jungautor aufgestiegene PERRY RHODAN-Fan, kam kurzentschlossen nach Tossa de Mar. Ihm haben wir viele Urlaubsfotos und auch Filme zu verdanken, damals 8mm, die uns heute noch Freude bereiten.

Das Wetter in diesem Urlaub war zwar unbeständig; wir hatten trotzdem eine schöne Zeit, die wir mit unseren Kindern genießen konnten.

 

 

 

 

Familie Voltz in Spanien.

link Top

link Teil 21
link
Teil 23