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Über William Voltz
Biografie - Teil 13


Yesterday…
Meine ganz persönlichen Erinnerungen an Willi Voltz

Von Dirk Hess

…all my troubles seem so far away, klingt häufig im Hintergrund, wenn ich an alte Zeiten denke. Alte Zeiten sind es wirklich, auch wenn ab einem bestimmten Alter die Jahre auf ein kleines Paket bedeutungsvoller Erinnerungen schrumpfen. Weniger gute Erfahrungen werden verdrängt und aufregende, die persönliche Entwicklung maßgeblich bestimmende Ereignisse überstrahlen die Zeiten der Dürre. Erinnerungen an Willi Voltz sind dabei nicht nur Erinnerungen an einen faszinierenden Menschen, sondern auch Erinnerungen an einen für mich wichtigen und prägenden Lebensabschnitt. Wie kann ich diese Reminiszenzen anderen vermitteln, ohne den Fehler vieler Biografen zu begehen, durch zu viel „Eigenes“ das wahre Wesen des anderen zu verfälschen? Davor ist niemand gefeit. Denn Erinnerungen tragen trotz sorgfältigster Analyse den Stempel der Subjektivität. Ich wage es dennoch, die große Erinnerungskiste meiner Freundschaft mit Willi Voltz zu öffnen. Ein nicht ganz unproblematisches Ansinnen, denn die Trauer über den Verlust eines außergewöhnlichen Menschen überschattet dabei die Versuche, die vielen Erinnerungsfragmente zu sortieren und in eine möglichst objektive Folge zu bringen.

Als Leser der Perry-Rhodan-Serie von Anfang an schätzte ich die speziellen Eigenarten der verschiedenen Autoren, die das Weltraum-Epos erst zu einem Kaleidoskop mit vielfältigen Facetten machten: Karl-Herbert Scheer, der fantasiebegabte technikvernarrte Gigantomane.  Walter Ernsting, der liebenswerte, fabulierende Zukunftsseher mit immer neuen überraschenden Raum-Zeit-Paradoxien. Klaus Mahn, der nüchterne Wissenschaftler mit scharfem Blick für gewagte Extrapolationen – und nachdem die Serie mehr und mehr auf Erfolgskurs gegangen war, der Youngster Willi Voltz mit einem zunächst ungewohnt minimalistischem Stil, der auch die exotischsten Charaktere eindringlich in ihrem individuellen Schicksal zu poetischem Leben erweckte und die Szenarien sowohl mit einem ausgeprägten „sense of wonder“  als auch psychologischen und sozialen Hintergründen treffend schilderte.

Angeregt durch diesen schriftstellerischen Mikrokosmos welkten Tag für Tag meine Illusionen, auch einmal schriftstellerisch zu arbeiten. Der Wunsch mehr über diese Menschen zu erfahren, die Perry Rhodan Woche für Woche neu erschufen, ließ mich damals nicht mehr los. Was ist das für ein „göttlicher Funke“, der diese Leute zu solch überbordender Fantastik befähigte? Kann man so etwas lernen oder muss man dazu geboren sein?

Die Mitwirkung am 1. Frankfurter Perry-Rhodan-Con vermittelte mir erste Einblicke hinter die Kulissen der Perry-Rhodan-Serie. Als ich Willi Voltz an jenem 12. August 1967 zum ersten Mal in den Räumen der Physikalischen Fakultät der Universität Frankfurt im Rahmen des ersten offiziellen Perry-Rhodans-Cons traf, ahnte ich noch nicht, wie sehr diese Begegnung mein Leben verändern sollte.

Die Perry Rhodan-Serie ging in ihr 7. Jahr. Im Rahmen der Convorbereitungen gab es Kontakte zu K.H. Scheer, die ich jedoch nie vertiefte. Er gab sich immer als „Chefdenker“ und ließ Gesprächspartner spüren, dass er keine Konkurrenz neben sich duldete. Willi Voltz, damals der jüngste im Kreis der Rhodan-Autoren, strahlte dagegen Optimismus und Lebensfreude aus. Er nahm seine Gesprächspartner ernst und gab jedem das Gefühl, ihn als Gesprächspartner gleichberechtigt zu akzeptieren. Ihm ging es immer um die Sache und nicht um die Hierarchie. Willi Voltz kommunizierte nicht um den persönlichen Vorteils wegen. Er machte sich auch nie über andere und ihre Schwächen lustig. Als humorvoller Humanist hatte er so etwas auch gar nicht nötig. Als ich ihm eine meiner Karikaturen zeigte, die Karl-Herbert Scheer auf einer Sänfte zeigte, die von mehreren Halutern getragen wurde, amüsierte er sich darüber sehr. Er riet mir allerdings, Scheer dieses Bild nicht persönlich zu geben („er könnte es als Spöttelei missverstehen“).

Ich bemerkte, dass Willi Voltz in den zahlreichen Condiskussionen bereitwillig eigene Erfahrungen mit anderen teilte, um gemeinsame Lösung, neue Erkenntnisse und Perspektiven zu erzielen. Er erfasste in Diskussionen schon nach wenigen Wortwechseln intuitiv, was seinen Gesprächspartnern auf der Seele lag. Auf einen Nenner gebracht: Die Fähigkeit, Menschen, ihre Schicksale, große und kleine Zusammenhänge intuitiv erfassen zu können, gepaart mit einer großen schriftstellerischen Begabung und einer starken humanen Gesinnung zeichnet den Schriftsteller Willi Voltz aus. Weil die Charaktere seiner Romane so plastisch und plausibel gezeichnet sind, entwickelten sie in unserer Fantasie ein faszinierendes Eigenleben. Ich will damit sagen, dass Willis Kreativität auf den Leser übersprang und ihn zu eigenen Gedankenexperimenten einlud. Hartleibige Kritiker der Perry-Rhodan-Serie werfen ihr vor, der Wirklichkeitsflucht Vorschub zu leisten. Mag sein, aber untrennbar mit Perry Rhodan verbunden ist eine Initialzündung kreativer Impulse. Ich will damit sagen, dass gerade Science-Fiction-Konsumenten mehr als andere den Wunsch verspüren, selbst zu schreiben.

Warum sollte es bei mir anders sein?

Nicht ohne anfängliches Zögern bat ich Willi Voltz, mein erstes Manuskript zu beurteilen. Nach ein paar Tagen schrieb mir Willi: „Wenn Schelwokat den Roman ablehnt, macht er sich was vor.“

Doch was andere Autoren auch erlebten: Schelwokat lehnte meinen Text harsch ab und ließ mich wissen, „dieses Geschreibsel ist eine Korrektur nicht wert“.

Dass der Zauberkreis Verlag in Rastatt meinen Erstling ohne weitere Diskussionen nahm, dürfte mein Verhältnis zum Rhodan-Lektor nicht gerade gefördert haben.

Mit Willi Voltz blieb ich weiter in ständigem Kontakt. Er vermittelte mir kleinere Arbeiten für die Leserkontaktseite, und nach einigen Probeseiten für Karl-Herbert Scheer ließ man mich zwei Atlanromane schreiben. Dass keine weiteren Aufträge folgten, lag an Schelwokats ablehnender Haltung.

Inzwischen hatte mir Willi Voltz einige Arbeiten an Comicserien übertragen, die er aus Zeitnot nicht erfüllen konnte. Ebenso wie Willi tippte ich damals unermüdlich auf einer schweren mechanischen Schreibmaschine. Eines Tages gönnte ich mir eine „Elektrische“. Mein Büromaterialhändler war damals noch in Offenbach, wo ja auch Willi lebte. So schleppte ich eines schönen Sommertages gedankenverloren die Schreibmaschine auf der Schulter zur nächsten Straßenbahnhaltestelle Richtung Frankfurt, als plötzlich hart an der Bordsteinkante neben mir ein taubenblauer Opel Rekord hielt und mich Willis fröhliche Stimme aus den Tagträumen riss. Er lud mich zum Mittagessen bei seiner Familie ein und es wurde ein wunderbarer Tag – jedoch mit einem schlechten Gewissen, denn ich hatte Willi von der Arbeit am nächsten Perry-Rhodan-Roman abgehalten.

Unmerklich verwob sich unser Leben durch die kreativen Ideen, die wir ständig austauschten. Lange Diskussionen über Gott und die Welt, immer aber auch über den Rhodan-Kosmos,  bereicherten meinen Alltag. In diesen Tagen übernahm ich von Willi ein Zitat, das irgendwann zu meinem Lebensmotto wurde: „Die Fantasie ist ein Paradies, aus dem uns niemand vertreiben kann“. Wirklich niemand? Sicherlich kein Mensch, gewiss aber der Tod als endgültiges Aus für die individuelle Persönlichkeit.

Willi hatte zum Tod ein sehr realistisches Verhältnis, was mir nach folgender kleinen Episode deutlich wurde: Als ich einmal in der Faschingszeit 1971 für seine kleinen Söhne als Babysitter aushalf, gab er mir zum Zeitvertreib seinen letzten Rhodan-Roman 496. Er handelt von Nachkommen takerischer Siedler, deren Leben infolge genetischer Veränderung schneller abläuft. Im Alter von 20 Jahren ist es für sie zu Ende. Sie werden nach einem besonders intensiven und alle Möglichkeiten auskostendem Leben von der Alterspolizei hingerichtet. Auch im Aphiliezyklus behandelt Willi das Älterwerden, diesmal allerdings aus einer anderen – angesichts des heutigen Jugendwahns und des Unwortes „Humankapital“ sowie der Ausgrenzung alter Menschen als unprofitable Konsumenten – sehr weitsichtigen Perspektive. Er beschreibt hier, wie die Senioren der gefühlskalten terranischen Gesellschaft in so genannten Stummhäusern isoliert dahin vegetieren. In einer ursprünglichen, von Verlag abgelehnten Fassung wollte er mit der Auslöschung der lästigen Alten noch viel weiter gehen.

Willi äußerte in diesem Zusammenhang einmal, er sei sich ziemlich sicher, dass er nicht sehr alt werden würde. Er versuche deshalb, so bewusst und intensiv wie möglich zu leben, kommunikativ, neugierig, offen für alles Neue, niemals festgefahren (auf gut Hessisch: „verbabbt“), immer bereit, die einmal gefasste Meinung zu revidieren, vor der Gewissheit, dass sich Erkenntnisse ständig erweitern lassen, wenn man nur dazu bereit ist.

Als Willi und ich für Kurt Bernhardt eine neue Horrorserie entwerfen sollten, nervte ich ihn immer wieder mit einem Modell des ständigen Widerstreits zwischen ordnenden und destruktiven Elementen im Kosmos, dem fortwährenden Werden und Vergehen aller Materie und allen Seins. Während einer gemeinsamen Fahrt nach München zum Verlag fabulierten wir ausufernd über Gut und Böse, über positive und negative Kräfte im Kosmos. Ordnen oder auflösen, entstehen oder vergehen – sind das nicht Kehrseiten ein und derselben Medaille? Ich glaube, während dieser Fahrt, die übrigens wie im Fluge verging, entwickelte Willi sein Modell der Superintelligenzen und darauf fußenden Kosmologie für Perry Rhodan.

Willis kreatives Potenzial war unglaublich. Seine Fähigkeit, aus Gedankensplittern über viele Romane und Zyklen hinweg etwas aufzubauen, war einzigartig. Bei mir und vielen anderen zerfaserten die meisten Ideen. Die meisten haben interessante Einfälle, jedoch große Mühe, auch nur einen davon vernünftig im Rahmen eines Großen und Ganzen umzusetzen. Bei Willi war es das genaue Gegenteil. Er konnte diese Splitter zusammenführen und daraus Konstellationen schaffen, die sensationelle Auswirkungen auf die gesamte Handlung hatten.

Mir riet er immer wieder: „Verzettele dich nicht. Setze eine von deinen vielen Ideen konsequent um, und du hast Erfolg.“

Leicht gesagt, schwer getan! Zumindest für mich in meinem jugendlichen Überschwang, der mich nicht davon abhielt, Schelwokat des Öfteren auf die Füße zu treten.

Irgendwann im Spätsommer 1971 rief mich Willi in Frankfurt aus Spanien an: „Wo bleibst du? Wir sind in Tossa del Mar und lassen es uns gut gehen.“

Wir – das waren Willi Voltz mit seiner und einigen befreundeten Offenbacher Familien. Kurz entschlossen packte ich meine Sache und buchte einen Flug nach Barcelona. Gemeinsam verlebten wir noch eine wunderbare Woche in Spanien. Für Willi mit einem schriftstellerischen Bonus, den er beendete anschließend einen seiner ungewöhnlichsten Romane: Hotel Galactic. Die Geschichte spielt zwar in ferner Zukunft auf irgendeinem fernen Planeten, doch das Ambiente und die Personen haben eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem alten, etwas heruntergewirtschafteten spanischen Hotel und seinen Besitzern. Auch wenn man diesen Hintergrund nicht kennt, ist es eine besonders intensive, emotionell sehr anrührende Geschichte. Der Schlusssatz von „Hotel Galactic“ bringt Willis Lebensauffassung sentenzenartig auf den Punkt:

   „Ich erinnere mich an einen Trinkspruch von dir“, sagte Flachsbart. „Du hast ihn gebraucht, als wir uns im Haus des Konsuls trafen. Kannst du ihn noch einmal für mich wiederholen?“

   „Gewiss“, sagte sie. „Ich trank auf alle, die vergeblich nach dem Glück suchen und trotzdem nicht aufgeben.“

   „Das gefällt mir“, sagte Flachsbart, während sie die Gangway hinaufstiegen. „Wirklich, das gefällt mir außerordentlich gut.“

Willi Voltz vermittelte mir so viele Dinge, öffnete meine Augen für Glück verheißendes Neues: andere, interessante Autoren, diese und jene Musik, die ich auch heute noch gern von den großen, welligen Schellackplatten höre, Filme, die mir auch nach Jahren noch Freude bereiten und mich beim Wiedersehen an unsere Gespräche darüber erinnern, Berichte von seinen Reisen in ferne Länder und immer wieder seine fantastischen Verknüpfungen unseres realen Lebens mit fiktiven utopischen Welten.

Willi schrieb trotz seines unglaublichen Arbeitspensums niemals routiniert. Immer ließ er kleine Erlebnisse aus seinem Alltagsleben in die Geschichten einfließen. Ich glaube, es ist nicht übertrieben, wenn ich behaupte, er verfasste seine Geschichten mit Herzblut. Technik und ihre Funktion war dabei nicht das dominierende Element, eher ihre Auswirkungen auf das Schicksal seiner Charaktere. Und so waren es nie gigantische Raumschiffe, kosmische Schlachten und ausgefuchste Technologien, sondern die von ihm zu fantastischem Leben erweckten Wesen und deren Schicksal, das uns verzauberte.

1972 trafen wir uns im Sommer in Griechenland. Willi war mit seiner Familie vorausgefahren, ich folgte etwas später mit dem Flieger. Nach einigen Tagen in Thessaloniki flogen wir nach Athen. Abends genehmigten wir uns in der Hotelbar eine Flasche Metaxa und bemerkten beim Trinken und Fabulieren nicht, wie die Menschen wild gestikulierend ins Freie stürmten. Wir weilten in so fernen Welten, dass wir nichts von dem Erdbeben (zum Glück ohne größere Auswirkungen) bemerkten, das die Häuser erzittern ließ.

Dirk Hess und Wivo in Griechenland.

Wenige Tage danach ruhten wir uns von den Erlebnissen in Athen am Strand der Ägäis aus. Immerhin waren einige durchzechte Nächte zu verkraften, in denen wir unter anderem einer Gruppe Amerikaner unsere Trinkfestigkeit bewiesen, hatten wir uns doch als nordische Walfänger auf Heimaturlaub geoutet und ein ganz bestimmtes trinkfestes Image verteidigen müssen.

Willi, der Unermüdliche, hatte seine Reiseschreibmaschine mitgebracht und verfasste am Strand im Schatten eines Bootes die beiden ersten Dragonromane. Am Abend zuvor waren wir aus einer Fischertaverne kommend von der Dunkelheit überrascht worden. Unter dem wolkenverhangenen Himmel war kein Stern zu sehen. Wir orientierten uns in der pechschwarzen Nacht nur nach der Brandung. Als ich unversehens gegen etwas Weiches stieß, das angsterregende keuchende Laute ausstieß, stammelte ich etwas von den Dämonen der Tiefsee, von Atlantis und seinen freigelassenen Kreaturen. Willi ließ sein Feuerzeug schnappen und ich erkannte im flackernden Lichtschein einen Esel, der an einem Olivenbaum angebunden war. Dass wir anschließend trotz aller Einsicht in die Banalität des Alltags die wildesten Spukgeschichten zum Besten gaben, gehört wohl zur verzeihlichen Eigenart schriftstellerisch engagierter Menschen.

Auch die gemeinsamen griechischen Erlebnisse dürften irgendwie und bruchstückhaft in Dragon eingeflossen sein.

1973 lernte ich meine Frau kennen. Willi Voltz, der uns zusammen zu einer Party im neuen Heusenstammer Domizil eingeladen hatte, zwinkerte mir „spätzündendem Ehemuffel“ aufmunternd zu: „Halt sie fest, Junge!“

Vielleicht ist es mit ein Grund dafür, dass ich mit meiner Evelyn auch noch nach 30 Jahren zusammen bin, dass uns Willi als Trauzeuge am 6. Februar 1975 für unser gemeinsames Leben alles Gute wünschte.

Die nächsten Jahre verliefen dann anders, als ursprünglich erhofft. Die Indizierungen verschiedener Verlagsprodukte und die damit verbundene Existenzangst der Mitarbeiter förderten ein Klima der Unsicherheit und Besorgnis. Lutz Kurowski, Redakteur der Jugendserien bei Pabel/Moewig, mit dem ich lange Zeit an der Comicserie „Perry – unser Mann im All“ sowie „Vampirella“ und Vampircomic“ zusammen gearbeitet hatte, beging Selbstmord. Nach immer heftigeren Auseinandersetzungen mit Schelwokat und den verlagsinternen Querelen über die ursprünglich mit Willi Voltz zusammen geplante Horrorserie distanzierte ich mich zunehmend von dieser Branche. Als Schelwokat in einem letzten gemeinsamen Gespräch andeutete, meine Freundschaft mit Willi Voltz könnte diesem schaden, er hätte immerhin Familie, für die er sorgen müsse, und weitere Aufträge von Pabel/Moewig ausblieben, zog ich von allem zurück und orientierte mich anderweitig.

Willi hätte sicher gesagt „Kerle, warum hast du bloß den Bettel hingeschmissen, du hast doch so viele Ideen und Kontakte bei den Verlagen?“

1977 hätte ich aus Scham vor der inneren Kündigung sicher keine befriedigende Antwort geben können, heute würde ich es ganz anders machen. Vor allem hätte ich die wenigen kostbaren Jahre bis zu Willis viel zu frühem Tod genutzt, um miteinander zu reden, zu lachen und zu fabulieren.

Kürzlich las ich in der Zeitung, Ex-Beatle Paul McCartney bekäme manchmal beim Songschreiben Hilfe von einem alten Freund. Er höre ab und zu die Stimme von John Lennon: „Ich denke daran, was wir gemeinsam getan hätten. Und schon kann ich ihn meckern und zustimmen hören!“

Ja, genau so empfinde ich es auch, wenn ich an Willi Voltz denke. Ich erinnere mich an den Klang seiner Stimme, stelle mir vor, was er wohl zu diesem und jenem bemerkt hätte. Dann ist es, als wäre er da und prostet mir zu, ganz so wie am Schluss seines Romans „Hotel Galactic. Dann bin ich einerseits sehr traurig, dass er nicht mehr da ist, jedoch gleichzeitig auch stolz, ihn gekannt zu haben. Denn Willi Voltz hat mein Leben bereichert und jeder, der ihn kannte, kann ihn nicht vergessen. Auch wenn wir nicht unsterblich sind, so leben diejenigen, denen wir viel verdanken und die uns lieb und wert sind, in unserem Bewusstsein fort. Willi Voltz lebt aber auch in seinen Werken fort. Er hat uns bewiesen, dass die Perry-Rhodan-Serie nicht nur ein Marketingprodukt, sondern auch eine Weltanschauung ist, ein Medium, das mithilft, unser Bewusstsein für mehr als nur die „Schulweisheiten“ zu öffnen.

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