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Über William Voltz
Biografie - Teil 13

Der Juli 1967 brachte uns eine freudige Überraschung. Nachdem wir die Hoffnung fast schon aufgegeben hatten und uns Gedanken darüber machten, ein Kind zu adoptieren, stellten wir fest, dass wir Eltern wurden. Unsere Freude war sehr groß. Der errechnete Geburtstermin war der 21.März 1968.

Frankfurt-Con 1967 (Foto: Dirk Hess).

Nach einem Telefonat mit Herbert – unser „süßes Geheimnis“ behielten wir vorerst noch für uns – erzählte mir Willi, dass der seit 1962 in U.S.A. lebende Klaus Mahn zum ersten Mal seit seiner Auswanderung mit seiner Frau Deutschland besucht und nach Frankfurt kommen würde. Es wurde auf die Schnelle ein Treffen organisiert, an dem außer den Ehepaaren Mahn, Scheer und Voltz auch Horst Gehrmann und Frau teilnahmen. Wir trafen uns im Restaurant „Frankfurter Stubb“,  das sich im Keller des Hotels „Frankfurter Hof“ befand. Es war ein sehr gutes Restaurant und man speiste in angenehmer Atmosphäre. Die Preise waren weniger angenehm. Es sollte aber trotzdem nicht unser letzter Besuch dort gewesen sein.

Mit Klaus Mahn war es unsere erste Begegnung und es sollte für einige Jahre auch die einzige sein.

Für den 12.August 1967 war ein größeres Ereignis geplant. Unter der Mitwirkung von Dirk Hess, einem jungen Perry Rhodan Fan, fand in einem Hörsaal der Universität Frankfurt der erste offizielle Perry Rhodan-Con statt. Die Autoren Scheer, Darlton und Voltz waren anwesend. Karl Herbert Scheer hielt die Eröffnungsrede. Willi Hauck, der Herstellungsleiter des Moewig-Verlags, sprach ebenfalls zu den Fans und berichtete u.a. über die geplante Comic-Serie, die unter dem Titel PERRY RHODAN IM BILD erscheinen sollte.

Anschließend hatten die ca. 300 Fans Gelegenheit, den Autoren Fragen zu stellen oder ganz einfach nur ein bisschen zu plaudern. Einige der Besucher kannte Willi bereits persönlich. Es war für die Autoren und die Leser gleichermaßen ein gelungener Tag, auch wenn es im Vergleich zu späteren Welt-Cons nur eine kleine Veranstaltung war.

Cover - Aufstand der Menschheit.

Dirk Hess, den jungen Science-Fiction Fan aus Frankfurt, sahen wir von nun an öfters bei uns zu Hause. Zwischen Willi und ihm hatte sich eine Freundschaft entwickelt.

Ein Bericht von Dirk Hess

Die Perry Rhodan-Serie wurde immer bekannter und beliebter. Es gab aber auch Kritiker, die an den Romanen der Perry Rhodan Autoren nichts Gutes ließen. Es wurde teilweise heftig kritisiert, wie z.B. in Science-Fiction Magazinen, deren Redakteure sich für elitär hielten. Die Perry Rhodan-Serie habe eine faschistoide Tendenz, wurde behauptet. Diese Meinung wurde leider von anderen übernommen und weitergegeben. Wie so oft im Leben ruft der Erfolg auch Neid hervor. Willi meinte einmal: „Ich glaube, dass einige unserer Kritiker nur neidisch sind. Der eine oder andere würde sicher selbst gerne bei Perry Rhodan mitschreiben.“

William Voltz nahm Kritik ernst. Er hatte jedoch kein Verständnis für „Kritiker“, die selbst nie ein Perry Rhodan Heft in den Händen gehalten, geschweige denn, gelesen hatten.

Mit Begeisterung schrieb Willi weiterhin Science-Fiction, und mit besonders großer Freude für die Perry Rhodan-Serie.

SOS aus dem Weltall.

Es folgten die Romane Nr. 328 „Die Flotte der gläsernen Särge“ (Der Zwerg), Nr. 330 „Ein Mann wie Rhodan“ (Sprich wie Rhodan) und Nr.331 „Aufstand der Menschheit“. Für diesen Band akzeptierte G. M. Schelwokat Willis Vorschlag.

Im Oktober fand in Frankfurt die Buchmesse statt, zu der ich in diesem Jahr Willi begleitete.

Karl-Herbert und Heidrun Scheer waren ebenfalls anwesend. Für den Abend lud Herr Heyne traditionsgemäß sein Team und anwesende Autoren zum Essen ein. Es war unser zweiter Besuch in der „Frankfurter Stubb“, der wiederum begleitet war von vorzüglichen Speisen und guter Stimmung. Der große Erfolg der Perry Rhodan - Serie trug sicher dazu bei. Ein Thema war auch der Perry Rhodan Film, der nun bald in die Kinos kommen würde.

Voller Spannung und Erwartung gingen wir ein paar Tage später ins Filmtheater „Scala“ in der Offenbacher Kaiserstraße und kauften unsere Eintrittskarten. Etwas enttäuscht von der Qualität des Films, aber trotzdem mit einem gewissen Stolz, verließen wir es nach zwei Stunden wieder. „Hoffentlich wird der nächste Film besser“, meinte Willi.

Cover - Der Tod muß warten.

Der Oktober brachte uns auch ein trauriges Ereignis. Peter, der Senior unseres Kegelklubs, starb im Alter von vierundfünfzig Jahren plötzlich an Herzversagen. Eine Woche zuvor rief er noch bei Willi an und meinte: „Du, Lore ist doch im Krankenhaus. Hast Du nicht Lust Schach mit mir zu spielen?“ Willi sagte zu. Es sollte ihr letztes Treffen sein. Peters Tod riss eine große Lücke in unseren kleinen Verein und er fehlte uns allen sehr.

Bis zum Ende des Jahres 1967 widmete sich Willi noch den Bänden Nr. 334 „Im Arsenal der Giganten“, Nr. 337 „Kontakte mit Unbekannt“ und Nr. 338 „Die stählerne Zitadelle“ (Die Planetenwelt).

Für die Atlan-Serie schrieb WiVo die Romane „Der Tod muss warten“ und „Geheimstützpunkt Eiswelt“, die später als Nummern 7 und  9 erschienen sind.

Wie zu  jedem Jahresabschluss fand in München eine Autorenkonferenz statt. Diesmal ohne Damen.

Im Dezember meldete sich ein Redakteur der OFFENBACH-POST bei Willi. Er wolle in der Silvesterausgabe einen Artikel über den Offenbacher Science-fiction Autor und die Perry Rhodan-Serie bringen. Dafür brauche er noch Informationen. Willi machte mit ihm einen Termin aus. Der Redakteur, der noch einen Fotografen mitbrachte, machte eifrig Notizen. Wir warteten gespannt auf die letzte Ausgabe unserer Heimatzeitung für das Jahr 1967. Willi schlug die Zeitung auf und begann zu lesen. Ich sah seinem Gesicht an, dass etwas nicht stimmte. „Was ist?“ fragte ich. Mit den Worten: „Das musst Du selbst lesen“, gab er mir die Zeitung.

Offenbach-Post, Silvester 1967.
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Abends kamen ein paar Freunde zu uns nach Hause, um mit uns ins Jahr 1968 hineinzufeiern.

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