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Über William Voltz
Biografie - Teil 12

Cover - Im Lager der Löwenmenschen.

Vor unserer Abreise nach Paris lieferte Willi noch die Perry Rhodan Bände Nr. 308 „Grüner Mond über Jelly-City“ (vorgeschlagener Titel „Zwei Prospektoren“), Nr. 312 „Das Geheimnis der Regenwelt“ („Beherrscher der Kristalle“) und Nr. 313 „Im Lager der Löwenmenschen“ („DieGuerillas“). 

Nach unserer Rückkehr blieb kaum Zeit zum Arbeiten.

Für Ende Mai war unser Urlaub geplant. Es zog uns noch einmal nach  Spanien,  in den kleinen Ort an der Costa Brava  und in das familiäre Hotel mit den freundlichen Menschen.

Unsere Freunde, Walter und Helga, die ihren Urlaub bisher immer im Kreise ihrer Familie an der italienischen Adria verbracht hatten, wollten in diesem Jahr gemeinsam mit ihrem sechsjährigen Sohn Michael und uns die Reise nach Spanien machen. Kurz vor Antritt der Reise gesellte sich noch ein Paar zu uns. Horst spielte ebenfalls Fußball bei der SG Rosenhöhe. Seine Frau Erika war Helgas langjährige Freundin.

Wir starteten unsere Reise und hofften auf eine schöne Zeit.

Nachdem wir in Spanien angekommen waren, stellte sich bald heraus, dass es zu Schwierigkeiten kommen würde. Die beiden Damen waren nicht zufrieden zu stellen. Alles wurde kritisiert. Das Essen, der kühle Wind, das tiefe Wasser… - nichts war recht. In Italien war einfach alles viel schöner.

Willi und Erika in Spanien.

Die beiden Männer, denen es in Spanien sehr gut gefiel, mussten nach ein paar Tagen Willi davon unterrichten, dass man sich in Horsts  kleinem Simca auf den Weg nach Italien machen wollte. Ein Teil des Gepäcks sollte zurückbleiben und von uns wieder nach Deutschland transportiert werden. Wir waren von dieser Entscheidung nicht begeistert, mussten sie aber akzeptieren.

Willi und ich gingen zum Strand, während unsere Freunde ihre Koffer packten. Ich lag im Sand und las ein Buch, Wili saß am Wasser. Er wirkte sehr nachdenklich, und ich konnte ahnen, was in ihm vorging. Nach einer Weile kam er zu mir und fragte mich: „Was hältst Du davon, wenn wir mit nach Italien fahren? Wir haben den Urlaub gemeinsam begonnen und wir sollten ihn  auch gemeinsam beenden!“  Außerdem befürchtete Willi, dass die lange Reise für die fünfköpfige Gruppe in dem kleinen Auto zu einer unangenehmen Angelegenheit werden würde. Es war typisch für Willi, dass er sich solche Gedanken machte und ich hatte schon mit einer derartigen Frage gerechnet. Trotzdem meinte ich: „Das kann uns doch eigentlich egal sein!“ Ich war traurig und enttäuscht.

Ich ließ mich dann aber doch von Willis Argumenten überzeugen. 

Unsere spanischen Freunde waren von unserer verfrühten Abreise nicht minder enttäuscht. Wir versprachen, im nächsten Jahr wieder zu kommen.

Willi und Inge mit Walters Familie am Strand von Cesenatico.

Frühmorgens machten wir uns auf den langen Weg nach Italien. Die Fahrt entlang der Cote d'Azur war schön, aber auch anstrengend. Bevor wir die Grenze nach Italien passierten, besichtigten wir noch das fürstliche Schloss in Monaco. In Italien angekommen, suchten wir uns ein Hotel für die Übernachtung. Willi, der die ganze Strecke gefahren war, fühlte sich nicht gut. Er war nicht nur müde, er hatte auch eine Bronchitis und Halsschmerzen bekommen. Die Wirtin des Hotels gab ihm Medizin. Am nächsten Morgen fuhren wir quer durch Italien an die adriatische Küste.

Dort angekommen wurden wir von Walters Familie begeistert begrüßt. Auch die Besitzer des kleinen Hotels freuten sich über den Zuwachs.

Uns blieben noch vierzehn Tage Urlaub, von denen es an zehn Tagen regnete. Horst und Erika reisten früher ab. Bis heute weiß ich nicht, was in Italien besser gewesen sein soll und warum man die Strapazen der Fahrt hatte auf sich nehmen müssen.
Wir verbuchten auch dieses Erlebnis unter „Erfahrung“.

Cover - Ein Gigant erwacht.

Nach unserer Rückkehr begann schnell der Alltag. Willi meldete sich telefonisch bei Kurt Bernhardt und KHS aus dem Urlaub zurück. Das Exposé  für Band Nr.322 lag bereit und der fällige Roman wurde von Willi in Angriff genommen. Wie immer, weil von Günter M. Schelwokat gewünscht, machte Willi drei Titelvorschläge. Sein Favorit war „Der Zweitkoordinierte“. GMS entschied sich für „Ein Gigant erwacht“. Der Folgeband Nr.323 wurde ebenfalls von William Voltz geschrieben und erschien mit dem Titel „Die Zeitpatrouille“ („Die Zeitpolizei“).

Eines Nachmittags klingelte das Telefon. Willi hob ab und ich hörte, dass er mit Herbert sprach. „Da muss ich Inge fragen. Ich glaube aber nicht, dass sie das macht. Warte einen Moment, ich spreche mit ihr!“

Willi legte den Hörer ab und kam zu mir. „Bei Herbert sind zwei Reporter von der BILD-Zeitung. Die wollen ein Foto für die Sonntagsausgabe machen. Herbert fragt, ob du bereit wärst…“  Ich zeigte mit dem Finger an meine Stirn, damit Willi gleich wusste, was ich davon hielt. Es dauerte eine Weile, bis er mich davon überzeugen konnte, dass es doch nichts Schlimmes und nichts Besonderes sei. „Nur ein Foto – die warten auf uns.“

So machten wir uns auf den Weg nach Friedrichsdorf. Dort angekommen musste ich eine von Herberts Lederjacken über mein Minikleid ziehen. Auf den Kopf stülpte man mir einen Plastik Hut und über die Füße Stiefeletten, ebenfalls von Herbert. In die Hände drückte man mir eine seiner Waffen. Ich kam mir vor wie eine Schießbudenfigur und fühlte mich gar nicht wohl in meiner Aufmachung. Herberts Kostümierung übertraf meine noch bei weitem. Wir konnten uns das Lachen nicht verkneifen. Der an das Scheersche Haus angrenzende Wald sollte als "Schlachtfeld" dienen. Dort begann der Fotograf mit seiner Arbeit.  Er gab Anweisungen wie wir uns zu positionieren hatten und machte dutzende von Aufnahmen. Ich hoffte sehr, dass uns niemand beobachtete und war froh, als der Fototermin endlich zu Ende war. Wir gingen ins Haus zurück und hatten noch einen netten Nachmittag.

Weltraum-Spiele im Taunus: Millionen-Autor Scheer "hat's erwischt". Die Heckenschützin ist die Frau des Mitautors Voltz. Der "All-Anzug" wird sonst von Hüttenarbeitern getragen.

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