Tod eines Hochhauses

 

Trübsinnig starrte Michael aus dem Fenster. Die Sonne ging gerade unter und am Horizont sah er vereinzelt die Lichter der Hauptstadt. Hier war sein Zuhause. Zuhause. Wie das in der heutigen Zeit klang, dachte er missmutig. Jetzt war auch noch der Fernseher kaputt gegangen. Wahrscheinlich hat einer der Angriffe die Antenne getroffen.

Er musste plötzlich an seine jüngere Schwester Noel denken und wie er sich immer über sie lustig gemacht hat. Auch als sie mit diesem Robert ankam. Es wäre ihm beinahe gelungen, sie wieder auseinander zubringen. Aber dann hatte sie ihren Kopf durchgesetzt und ihn sogar GEHEIRATET! Sie wohnte noch ein paar Monate zuhause, dann aber war sie ausgezogen, kurz bevor der Krieg ausbrach.

„Robert hat Visas besorgt und wir werden ausreisen“, sagte Noel beim letzten Telefongespräch mit ihrem Vater, „Ihr solltet das gleiche tun!“

„Wir werden keine Pässe mehr bekommen“, erwiderte ihr Vater.

„Dann müsst ihr so fliehen! Nehmt das Auto und fahrt über die Grenze!“

„Ich glaube, der Krieg ist schnell vorbei. Außerdem ist das unsere Wohnung und die werde ich nicht verlassen! Wir werden sie nicht aufgeben.“

„Aber Papa! Wenn ihr tot seid, nützt euch keine Wohnung mehr etwas! Das Hochhaus ist zu gefährlich!“

„Ach Unsinn, was soll uns schon passieren, „herrschte er jetzt seine Tochter an, „meinst Du, das Haus fällt so einfach mir-nichts-dir-nichts um?“

Noel kannte die Sturheit ihres Vaters und wusste, dass er sich nicht überreden lassen würde. Deshalb bat sie ihn eindringlich, auf sich, ihre Mutter und Michael aufzupassen und versprach sich zu melden, sobald sie außer Landes waren. Als Joseph sich von seiner Tochter verabschiedet und den Hörer aufgelegt hatte, wandte er sich seinem Sohn zu: „Du aber bleibst bei uns?“

„Natürlich. Sie haben mich von der Universität verwiesen, schon vergessen? Ich darf nicht mehr Englisch und Deutsch studieren, weil wir jetzt nur noch unsere Sprache sprechen sollen“, wütend ballte er die Faust, „eigentlich sollte ich auch dort draußen sein und die Opposition unterstützen!“

Joseph sprang auf. „Nein! Wer weiß, wer gewinnen wird! Es ist am besten, wenn wir hier bleiben, abwarten und hoffen, dass alles nicht schlimmer wird.“

„Du hast recht, Papa. Zumindest habe ich das hier, womit ich uns verteidigen kann.“ Er zeigte ihm eine Pistole, die ihm ein Kommilitone vor ein paar Monaten besorgt hatte. Sie war groß genug, um einiges an Schaden anzurichten und klein genug, um ziemlich unauffällig verstaut zu werden.

 

In den letzten Jahren hatte die Regierung immer mehr Ausländer abgeschoben und von einem reinen Volk gesprochen. Irgendwann wurde auch die Opposition verboten, um das Volk, wie es hieß, „nicht durch die blendenden Gedanken in die Irre zu führen“. Ihn hatte das alles kaum interessiert, wie auch viele seiner Landsleute. Es gab keine Proteste oder Demonstrationen. Bis eines Tages die Regierung einen blutigen Schlag gegen die Opposition ausführte.

 

Als sie beim Abendessen saßen, beschloss Michael, dass es Zeit war, seine Gedanken laut auszusprechen, die er schon lange mit sich herumtrug: „Ich werde morgen nach anderen Hausbewohnern suchen“, sagte er in die Stille herein.

„Aber...wieso?“, fragte seine Mutter fassungslos, „Hier wohnt doch niemand mehr.“

Ihr Mann erwiderte „Du hast selbst gesagt, dass du vor einiger Zeit noch Lärm gehört hast.“

„Aber ich habe mich vielleicht getäuscht!“

„Mama, versuch nicht, mich aufzuhalten! Ich werde die Antenne überprüfen. Vielleicht kann ich sie reparieren, dann hätten wir wieder Fernsehen und könnten rausfinden, was draußen passiert.“

Bevor seine Mutter noch etwas erwidern konnte, mischte sich sein Vater ins Gespräch: „Nun lass mal gut sein, Amelie! Ich finde es richtig, wenn Michael geht. Wir müssen wissen, was hier vorgeht. Wir sollten uns jetzt überlegen, was er alles mitnehmen soll.“

 

Michael schlief sehr schlecht in dieser Nacht. Beim Abschied von seinen Eltern am nächsten Tag gab er sich ruhiger als er war. Immer wieder sagte er sich, dass er seine Kindheit in diesem Haus verbracht hatte und jede Ecke kenne. „Bis später! Pass auf euch auf!“ Mit diesem Satz verschwand er im Dunkeln des Treppenhauses.

Die geladene Waffe fühlte sich gut an in seiner Hand. Immerhin war Krieg und wenn er jemanden erschießen musste, dann würde er es eben tun, dachte er. Trotzdem schauderte es ihm bei dem Gedanken.

Er zuckte zusammen, als er weiter unten eine Tür zuschlagen hörte. Er hörte Stimmen und obwohl er sich anstrengte, konnte er nichts verstehen. Leise bewegte er sich auf das Treppengeländer zu und riskierte einen Blick nach unten. Niemand war zu sehen. Als eine weitere Tür zuschlug, hätte er beinahe aufgeschrieen.

 

Im 8. Stock hörte er erneut Geräusche. Er blieb wie angewurzelt stehen. Es hörte sich wie ein Motor an. Es kam schnell näher; aber das konnte kein Auto sein! Michael stand am Fenster, konnte aber nichts sehen. Also kam es nicht aus der Richtung der Hauptstadt. „Das müssen Hubschrauber oder Flugzeuge sein“, ging es ihm durch den Kopf. Das Geräusch war jetzt zu einem Donnern angewachsen und Michael hielt sich die Ohren zu. „Er muss sehr tief sein“, dachte er, „hoffentlich rammt er uns nicht!“.

Wenige Sekunden später überflog der erste Bomber das Haus. Michael duckte sich instinktiv. Fasziniert starrte er der Maschine nach, als zwei weitere Flugzeuge über das Haus flogen. Kurz darauf verschwanden sie hinter dem Hügel westlich der Hauptstadt. Sie tauchten wieder auf und flogen genau auf das Haus zu. Gebannt sah Michael sie an. Sie kamen näher und näher, ohne ihren Kurs zu ändern.

 

Michael bekam ein komisches Gefühl im Magen, das sich, je näher die Flieger kamen, zu einem heftigen Magenkrampf ausweitete. Er öffnete den Mund und hob beide Hände, als ob er den Piloten zuwinken wolle. Ein Flugzeug schwenkte nach links und ein weiteres nach rechts, das mittlere zog ein bisschen hoch. Durch das Winken sah Michael nicht, was passierte.

 

Zuerst hörte er das Pfeifen. Dann schlugen die Bomben ein.

 

Der Boden bebte und die Wände schwankten. Glas splitterte und Holz barst. Alles, was nicht fest war, wurde herumgeschleudert.

Die Stille nach den Einschlägen war entsetzlich. Michael hielt sich zitternd am Treppengelände fest. Ihm war elendig zu Mute. Glücklicherweise war er nicht die Treppe hinuntergestürzt. Langsam richtete er sich auf, dann stürzte er ans Fenster. Er presste das Ohr ans Glas und lauschte, doch er hörte nur das Dröhnen in seinen Ohren, das die Flieger hinterlassen hatten. Er ruckelte und fummelte am Fensterrahmen herum. Endlich ging es auf! Die hereinströmenden Rauchschwaden zogen ins Treppenhaus. Den Kopf nach draußen steckend lauschte er und versuchte durch den Rauch nach unten zu schauen und nach dem Schaden zu prüfen. Anscheinend hatten die Bomben nicht richtig getroffen und nur ein paar Feuer ausgelöst.

„War das eine Übung oder ein Unfall?“, dachte er halblaut, „oder haben die Piloten etwas anderes treffen wollen? Nein, das war eindeutig Absicht! Aber warum? Das Haus ist nicht wichtig und liegt weit von der Hauptstadt entfernt.“

 

Er war so in Gedanken versunken, dass er die Motorengeräusche erst nicht wahrnahm. Aber dann sah er die Maschinen wieder auf ihn zukommen und Bomben abwerfen. Schnell sprang Michael an das Treppengeländer als die Welt aus den Angeln gehoben wurde.

Die Wände wackelten, als die beiden Granaten rechts und links vom Haus einschlugen. Das Haus schwankte und Putz rieselte von der Decke. Michael schrie. Er schrie immer noch als die Rakete weit unter ihm ins Treppenhaus einschlug. Alle Geräusche wurden von dem Lärm der einschlagenden Rakete verschluckt. Die Druckwelle kam kurze Zeit später das Treppenhaus hinauf. Staub und viel Rauch kamen mit ihm. Mühelos wie eine Feder wurde der junge Mann in die Ecke geschleudert. „Das ist das Ende“, dachte er beim Aufprall, der ihm die Luft wegnahm.

 

Die Stille danach war entsetzlich. Als er sich unter Schmerzen aufrichtete, stieß er sich den Kopf an etwas hartem. Er sah nach oben und das Fenster, an dem er sich den Kopf gestoßen hatte. Er setzte sich auf und sah sich um. Überall lagen Putz und Steine herum, die früher einmal zu den Wänden gehörten. Die Decke war zum Teil eingestürzt.

„Meine Eltern!“, schoss es ihm durch den Kopf. Er raffte sich auf und versucht sich einen Weg durch den Schutt zu bahnen. Er kam nur langsam voran, denn für den Weg, der normalerweise zu Fuß höchstens 20 Minuten dauerte, brauchte er geschlagene 1 1/2 Stunden. Aber die Angst um seine Eltern trieb ihn an. „Wir müssen das Haus so schnell wie möglich verlassen“, dachte er.

 

Ihr Stockwerk sah verhältnismäßig gut aus, wenig Schutt lag herum.

„Mama, Papa, macht auf!“ Er hämmerte mit den Fäusten gegen die Tür. Seine Gedanken überschlugen sich: Wenn sie nicht aufmachen können, weil sie verletzt sind? Er sah ein Bild vor sich, in dem seine Mutter mit blutverschmiertem Gesicht auf dem Boden lag, die Augen ins Leere gerichtet. Sein Vater lag am Wohnzimmerfenster begraben von eingestürzten Wänden. Tränen stiegen in seine Augen.

In dem Moment öffnete sein Vater die Tür. Michael flog ihm in die Arme und begann zu weinen.

„Jetzt komm erst einmal rein, mein Junge. Was ist passiert?“. Auch sein Vater sah ein wenig erleichtert aus, Michael wieder zu sehen.

„Da waren Flugzeuge. Sie flogen über das Haus und warfen Bomben ab.“

„Hast du was gesehen? Warum haben sie das Haus bombardiert?“, sein Vater war sichtlich aufgewühlt.

„Ich weiß es nicht, ich bin nicht dringesessen, Papa! Aber wieso habt ihr noch nicht gepackt? Wir müssen sehen, dass wir hier herauskommen!“

„Wir werden hier bleiben, Junge.“

„Das kannst du vergessen, ihr kommt mit mir. Die Flieger werden wiederkommen und das Haus niedermachen!“

Er stutzte. Das war es. Das Haus lag auf dem direkten Flugweg in die Hauptstadt und stand einfach nur im Weg!

„Dass ich darauf nicht viel eher gekommen bin! Hört mir zu, Mama, Papa! Sie werden wiederkommen! Sie werden das Haus beschießen. Sie müssen es einfach. Es steht ihnen im Weg! Eben ist mir eingefallen, dass die Rebellen eine Basis in der Bergen haben“, er deutete in die ungefähre Richtung, „wenn sie Angriffe gegen die Hauptstadt fliegen, müssen sie hier am Haus vorbei. Das ist für die Piloten gefährlich, gerade jetzt wo das Haus nicht mehr beleuchtet ist.“

„Das kann gut möglich sein“, meinte seine Mutter, „Joseph, erinnerst du dich an den Tag, an dem der Fernseher ausfiel? Wir hörten ein Geräusch wie Motoren oder ähnliches. Und dann ein Krachen. Vielleicht hat ein Flieger die Antenne gerammt?“

„Das kann schon sein“, sagte ihr Mann nachdenklich, „trotzdem ist mir immer noch nicht ganz klar, warum...“.

„Papa, wir müssen hier RAUS!“

„Michael hat recht, Schatz. Sie werden wiederkommen und das Haus vernichten. Lass uns gehen!“ Seine Mutter hatte ihre Hand auf den Unterarm des Vaters gelegt. „Gib dir einen Ruck, auch mir fällt es schwer, das Haus zu verlassen. Aber wir müssen.“

Traurig blickte Joseph von seiner Frau zu seinem Sohn. „Aber wo sollen wir denn hin? Hier ist alles, was wir haben!“ Verzweifelt blickte er sie an. Michael bildete sich ein, Tränen in seinen Augen zu sehen.

„Joseph“, sagte seine Mutter sanft, „wir kommen wieder auf die Beine. Wir haben doch bisher alles geschafft.“

„Eben und mit mir an eurer Seite kann es gar nicht schief gehen“, Michael versuchte zu grinsen.

Joseph lächelte sie an. Ein Wärmegefühl überkam Michael. Das war seine Familie! Er ging einen Schritt auf seinen Eltern zu, um sie in die Arme zu nehmen. Eine fast himmlische Stille erfasste die Wohnung und mit ihnen das ganze Haus.

 

Michael war der Erste der das Geräusch hörte. Es klang wie ein Säuseln, aber erst störte er sich nicht daran, gab sich nur dem Frieden des Augenblicks hin. Dann wurde das Säuseln lauter und er erstarrte.

Das Brausen kam schnell näher. Jetzt hatte es auch sein Vater gehört. Er schaute Michael an. „Sie kommen!“, flüsterte er leise. „Sie kommen, das Haus zu töten!“ schrie er jetzt. „Los, nichts wie raus hier!“ Michael ergriff die Hände seiner Eltern und zog sie mit sich.

Das Brausen war jetzt zu einem Summen geworden und wurde sekündlich lauter. Ohne Rücksicht zog Michael seine Eltern hinter sich her, seine eigenen Schmerzen ignorierend.

„Vielleicht fliegen sie erst vorbei, wie heute Vormittag?“

Michael schüttelte den Kopf. War das wirklich erst heute Vormittag passiert? Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor.

Sie erreichten die verwüstete Treppe. Immer wieder trieb sie Michael zur Eile an. Einen kurzen Moment dachte er daran, ans Fenster zu gehen und auf sie aufmerksam zu machen, dann würden sie vielleicht mit der Bombardierung gar nicht erst anfangen. Dann lachte er auf. Sie würden sie gar nicht bemerken, es dämmerte draußen und hier drinnen gab es kein Licht. Er schüttelte in stummer Verzweifelung den Kopf.

16. Stock.

Das Summen war jetzt ein Brummen.

15. Stock.

Es wurde immer lauter. „Vielleicht noch zwei Minuten, höchstens drei“, ging es Michael durch den Kopf, „wir werden es niemals schaffen können.“

14. Stock.

Jetzt war das Geräusch der Bomber eindeutig zu identifizieren.

13. Stock.

Joseph stürzte halb die Treppe hinunter, als sich ein Teil des Treppengeländers löste. Er konnte gerade noch das Gleichgewicht halten.

12. Stock.

Als die Flugzeuge über das Haus flogen, blieben sie stehen und sahen nach oben. „Hoffentlich fliegen sie vorbei, hoffentlich“. Michaels Mutter hatte die Augen geschlossen. Sie betete.

„Vielleicht wollen die gar nicht zum Haus!“, brüllte Joseph.

Michael blieb stehen. Der Gedanke war ihm gerade auch durch den Kopf gefahren. Was, wenn Sie die Hauptstadt angriffen? Unschlüssig blieb er stehen. „Ich weiß nicht...“, begann er unsicher.

„Wir gehen weiter!“, bestimmte seine Mutter, „selbst, wenn sie es jetzt nicht auf uns abgesehen haben, sie werden kommen!“

10. Stock.

Sie sahen, wie die Flugzeuge hinter dem Berg verschwanden und kurz darauf auf der anderen Seite wieder hervorkamen.

9. Stock.

Die Flugzeuge kamen näher. Viel zu schnell.

8. Stock.

„Stop!“, rief Michael, „wir müssen uns was zum Festhalten suchen!“

„Kommt, ein Stockwerk schaffen wir noch!“ brüllte seine Mutter durch den Lärm.

7. Stock.

Wieder blieben sie stehen und lauschten. Die Flugzeuge waren fast da. Joseph nahm die Hand seiner Frau. Er sah Michael an: „Ich liebe euch beide!“.

Dann schlugen die ersten Bomben ein.

Die Welt schien im Chaos zu versinken. Der Boden bebte. Die Wände wackelten. Sie wurden hin- und hergeworfen. Michael prallte mit dem Kopf voran an die Wand.

Dann war wieder Ruhe. Das Haus stand noch.

„Wo seid ihr?“, hörte er seine Mutter rufen.

„Ich bin hier“, hörte er seinen Vater antworten.

„Los weiter. Noch ist nicht alles verloren!“, rief er.

6. Stock.

Wieder schlugen Bomben ein. Aus den Augenwinkeln konnte Michael seinen Vater sehen. Der taumelte wie ein Betrunkener hin und her und versuchte sich irgendwo festzuhalten.

Michael wusste plötzlich, dass sie sterben würden.

Wieder schlugen Granaten ein. Michael sah, wie seine Mutter zusammenbrach. Sein Vater konnte er nirgends mehr entdecken.

Plötzlich brach der Boden unter ihm und er fiel ein paar Meter tief. Es hörte sein Rückgrat brechen, als er hart auf eine Treppenkante fiel. Tränen stiegen ihm in die Augen. Er hustete und glaubte, sich übergeben zu müssen. Er versuchte sich zu bewegen, aber es gelang ihm nicht. Das Haus hatte jetzt extreme Schlagseite, sodass er aus dem Fenster sehen konnte.

Mit tränenüberströmten Gesicht sah er nach draußen. Er sah, wie die Maschinen wieder das Haus anflogen.

„Das ist das Ende. Mama, Papa, ich liebe euch“, dachte er und begann still ein Gebet zu sprechen: „Vater Unser...“

Ein Bomber kam von vorne auf ihn zu.

„Der du bist im Himmel...“

Er konnte die Granate sehen. Sie kam direkt auf ihn zu.

„Dein Reich komme, Dein Wille geschehe...“

Als die Granate immer näher kam und fast sein gesamtes Gesichtsfeld ausfüllte schloss er die Augen,

„Wie im Himmel so auch auf Erden.“

Den Einschlag bemerkte er nicht mehr.

 

„Delta-Gamma zwei an Basis. Befehl ausgeführt, der Weg zur Hauptstadt ist jetzt frei. Das behindernde Hochhaus hat sich eben zu letzten Ruhe hingelegt!“